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Ratgeber · Kaufen

Gebrauchtwagen besichtigen.

Nehmen Sie sich für die Besichtigung Zeit, kommen Sie bei Tageslicht und gehen Sie das Fahrzeug in einer festen Reihenfolge durch: zuerst die Papiere, dann Karosserie, Reifen, Innenraum und Motorraum. So übersehen Sie nichts und können mehrere Angebote später sachlich vergleichen.

Die Checkliste ersetzt keine technische Untersuchung, zeigt Ihnen aber, wonach Sie fragen sollten, bevor Sie sich für eine Probefahrt entscheiden.

1A Autohandel BerlinVeröffentlicht Aktualisiert Lesezeit 5 Min.

Vorbereitung

Eine gute Besichtigung beginnt vor dem Termin.

  • Speichern oder drucken Sie das Inserat. Angaben zu Kilometerstand, Ausstattung und Unfallstatus können Sie dann vor Ort direkt vergleichen.
  • Notieren Sie Ihre Fragen vorab, etwa zu Vorbesitz, den letzten Wartungen, bekannten Mängeln und dazu, was im Preis enthalten ist.
  • Planen Sie den Termin bei Tageslicht und möglichst trockenem Wetter. Kratzer, Dellen und Farbunterschiede im Lack fallen bei Regen oder Kunstlicht kaum auf.
  • Bitten Sie darum, dass das Fahrzeug vor Ihrem Termin nicht gefahren wird. Dann können Sie den Motor kalt starten.
  • Nehmen Sie eine Taschenlampe, ein Tuch und, wenn vorhanden, einen einfachen Profiltiefenmesser mit.

Papiere prüfen

  • Lassen Sie sich die Zulassungsbescheinigung Teil I (ZB I, früher Fahrzeugschein) und Teil II (ZB II, früher Fahrzeugbrief) zeigen. Was in welchem Feld steht, erklärt der Beitrag Fahrzeugpapiere erklärt.
  • Gleichen Sie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) in der ZB I Zeichen für Zeichen mit der Nummer am Fahrzeug ab, am besten an mehr als einer Stelle.
  • Prüfen Sie, ob Marke, Typ und Datum der Erstzulassung in den Papieren mit dem Inserat übereinstimmen.
  • Fragen Sie nach dem letzten Bericht der Hauptuntersuchung (HU). Er nennt den Kilometerstand am Prüftag und vermerkte Mängel; wie Sie die Plakette lesen, steht im Beitrag HU und AU.
  • Sehen Sie Serviceheft, Wartungsnachweise und Rechnungen durch: Folgen Datum und Kilometerstand plausibel aufeinander? Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Beitrag Tachomanipulation erkennen.
  • Fragen Sie, wie viele Schlüssel zum Fahrzeug gehören, und lassen Sie sich alle zeigen.

Karosserie und Lack

  • Gehen Sie langsam um das Fahrzeug und sehen Sie schräg über die Flächen. So erkennen Sie Wellen, Dellen und Farbunterschiede zwischen benachbarten Teilen am besten.
  • Achten Sie auf gleichmäßige Spaltmaße an Türen, Motorhaube und Heckklappe. Ungleiche Abstände können auf eine Reparatur hindeuten.
  • Lacknebel auf Gummidichtungen, Kunststoffteilen oder Scheiben spricht für eine Nachlackierung. Fragen Sie nach dem Anlass; was übliche Angaben zum Unfallstatus bedeuten, erklärt der Beitrag Unfallfrei erklärt.
  • Rost zeigt sich oft zuerst an Radläufen, Schwellern, Türunterkanten und an der Kofferraumkante. Schauen Sie auch unter die Dichtungen.
  • Prüfen Sie die Scheiben auf Steinschläge und Risse und die Scheinwerfer auf Feuchtigkeit von innen.
  • Heben Sie im Kofferraum die Bodenabdeckung an: Wasser in der Reserveradmulde oder unsaubere Schweißnähte sind eine Nachfrage wert.

Reifen

  • Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm im Hauptprofil, also in den breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche, und zwar am ganzen Umfang des Reifens (§ 36 Abs. 3 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, StVZO (öffnet in neuem Tab)). Messen Sie an mehreren Stellen.
  • Wie alt ein Reifen ist, verrät die DOT-Nummer auf der Flanke. Auch Reifen mit viel Profil altern; bei älteren Reifen lohnt die Frage, ob ein Wechsel bald ansteht.
  • Ungleichmäßige Abnutzung, etwa nur innen oder außen, kann auf ein Problem mit Spur, Fahrwerk oder Luftdruck hindeuten.
  • Unterschiedliche Reifen auf einer Achse sind ein Grund nachzufragen.
  • Gehören weitere Räder dazu, zum Beispiel Winterräder, sehen Sie sich diese ebenfalls an und klären Sie, ob sie im Preis enthalten sind.

Innenraum, Elektronik und Warnleuchten

  • Passt die Abnutzung von Lenkrad, Schaltknauf, Pedalen und Fahrersitz zum angegebenen Kilometerstand?
  • Riecht es muffig oder feucht? Fühlen Sie Teppiche und Fußraum ab, auch unter den Fußmatten.
  • Schalten Sie die Zündung ein: Die Kontrollleuchten leuchten kurz auf und sollten nach dem Motorstart erlöschen. Bleibt eine an, fragen Sie nach der Ursache.
  • Probieren Sie alle Bedienelemente aus: Fensterheber, Außenspiegel, Zentralverriegelung, Licht, Hupe, Scheibenwischer, Sitzverstellung, Klimaanlage und Heizung.
  • Testen Sie Bildschirm, Radio, Freisprecheinrichtung, Rückfahrkamera und Parksensoren, soweit vorhanden.
  • Ziehen Sie die Sicherheitsgurte ganz heraus: Sie sollten unbeschädigt sein und sauber aufrollen.

Motorraum: nur hinsehen

Es geht um eine Sichtprüfung. Schrauben Sie nichts ab und öffnen Sie den Deckel des Kühlsystems nur bei kaltem Motor.

  • Sehen Sie nach Ölstand und Kühlflüssigkeit. Manche neueren Fahrzeuge zeigen den Ölstand nur noch im Display an.
  • Ölverschmierte oder auffällig frisch gereinigte Stellen am Motor können auf Undichtigkeiten hinweisen.
  • Prüfen Sie Schläuche und Kabel auf Risse und Bissspuren, etwa von Mardern.
  • Weißliche Ablagerungen an den Batteriepolen und Flüssigkeit unter dem Fahrzeug sind eine Nachfrage wert.
  • Hören Sie beim Kaltstart zu: Der Motor sollte zügig anspringen und nach kurzer Zeit gleichmäßig im Leerlauf laufen.

Nach der Besichtigung

Achten Sie beim Preis auf den Steuerhinweis. Was „differenzbesteuert nach § 25a UStG“ (Umsatzsteuergesetz) bedeutet und wann die Mehrwertsteuer ausweisbar ist, erklärt der Beitrag § 25a und Endpreis.

Hat Sie die Besichtigung überzeugt, folgt die Probefahrt. Worauf Sie unterwegs achten, lesen Sie in den Tipps zur Probefahrt.

Fahrzeuge aus unserem Bestand können Sie sich nach Terminvereinbarung bei uns in Ruhe ansehen; auch eine Probefahrt nach Termin ist möglich.

Häufige Fragen

Gut zu wissen.

Wo finde ich die FIN am Fahrzeug?

Nach der StVZO ist sie an einer zugänglichen Stelle vorn auf der rechten Fahrzeugseite in Rahmen oder Karosserie eingeschlagen oder eingeprägt; wo genau, unterscheidet sich je nach Modell. Zusätzlich steht sie auf dem Fabrikschild (Typschild) und ist bei vielen Fahrzeugen von außen durch die Windschutzscheibe lesbar. Alle Fundstellen sollten mit der Nummer in der ZB I übereinstimmen.

Sollte ich jemanden zur Besichtigung mitnehmen?

Ja, eine zweite Person sieht oft, was einem selbst entgeht, und behält Antworten des Verkäufers im Kopf. Wer sich mit Technik auskennt, hilft besonders im Motorraum und bei der Probefahrt.

Wie erkenne ich das Alter der Reifen?

Auf der Reifenflanke steht hinter dem Kürzel DOT eine Zeichenfolge, deren letzte vier Ziffern Produktionswoche und Jahr angeben: „3522“ steht für die 35. Woche 2022. Die vollständige Nummer mit Datum steht oft nur auf einer Flanke; prüfen Sie das an allen Reifen, denn sie können unterschiedlich alt sein.

Hinweise

Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die geltenden Vorschriften und die Angaben der zuständigen Behörde.

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